Insgesamt 16 Personen ab 11 Jahren bestiegen über Fronleichnam, von Garmisch-Partenkirchen aus, die Zugspitze. Wundervolle, stille Natur und massiver Tourismusbetrieb beeindruckten alle in der JDAV-Gruppe.
Los ging es am Donnerstagmorgen an der Kletteranlage in Ludwigshafen. Nach ungefähr fünf Stunden Fahrt erreichten wir gegen neun Uhr morgens die Skisprungarena in Partenkirchen: Zack, Schuhe gewechselt, eingecremt und Rucksack fertig gepackt und los ging es Richtung Partnachklamm. Dieses touristische Highlight nahmen wir natürlich mit, bevor es im Reintal selbst schnell ruhiger wurde. .
Das betraf jedoch nicht das Wetter: Es schüttete in den ersten Stunden aus Kübeln, doch als wir, nach ca. 20 km an der Reintalangerhütte ankamen, schien auch wieder die Sonne
Die Reintalangerhütte ist die (vermutlich) einzige Alpenvereinshütte mit Badestrand und Surfbrett, somit war auch für die Nachmittags-Beschäftigung gesorgt. Nach einer Nacht auf etwas kleinen Betten (Breite der Matratze: 40 cm) folgte unser „Ruhetag“: Der Wechsel auf die Knorrhütte mit einem kurzen Abstecher zum Partnach-Ursprung.
Mit der Ankunft auf der Knorrhütte verließen wir auch die größtenteils unberührte Natur: Spätestens ab hier werden die Skianlagen und die Infrastruktur auf dem Zugspitzblatt sichtbar. Zum Nachmittag wurden unsere Teilnehmenden aktiv: Mit Kamera ausgestattet und Hüttenschlafsäcken als Ballkleider wurde ein Fotoshooting durchgeführt: Das Beweisfoto gibt’s hier.
Zum Abend wurde draußen vor der Hütte „Werwolf“ gespielt und so (fast) die ganze Hütte unterhalten.
Samstag, Gipfeltag: Los geht es auf der letzten Etappe: 900 hm auf die Zugspitze. Über Wege und Schuttfelder geht es Richtung Sonn-Alpin, der Bergstation der Zahnradbahn. Für Juni mussten wir sehr wenig Schnee überqueren. Auch die Gletscher auf dem Zugspitzblatt gaben ein trauriges Bild ab. (Anmerkung: Seit September wird der „Südlichen Schneeferner“ offiziell nicht mehr als Gletscher betrachtet, da er auf unter 1 ha abgeschmolzen ist, wir waren also im letzten Jahr dort oben, wo es noch möglich war, auf dem Zugspitzblatt zwei offizielle Gletscher zu sehen).
Nach einer kurzen Pause unterhalb des Schneefernerhauses ging es über eine Schuttmulde auf den Gipfelgrat der Zugspitze und somit auf einen gesichterten Steig. So schlängelten wir uns langsam dem Gipfel entgegen und wurden oben von vielen Tagestouristen empfangen.
Anstehen am Gipfelkreuz: Ja, das musste man – und es fühlte sich seltsam an, nach drei Tagen Tour, abgelegen von jeglicher Stadt und Menschenmasse zwischen Seilbahn-Touristen in einer Schlange zum Gipfelkreuz zu stehen. Schön wars danach trotzdem! (Und man hat selbstverständlich viel zu erzählen!)
Runter ging es mit der Seilbahn-Zugspitze zum Eibsee und mit der Zahnradbahn zurück nach Garmisch-Partenkirchen. Wow, das ging dann wirklich schnell! Zum Sonntag übernachteten wir am Naturfreundehaus Saulgrub bei Unterammergau und wurden von einem „bayerischen Original“-Wirt versorgt, der uns sogar gratis Nachschlag gab.
Sonntag ruhten wir uns noch an einem Badesee in einem Moorgebiet aus (Anmerkung: Das war wirklich verrückt, man lag auf einer Wiese – und wenn jemand vorbeilief hat der Boden vibriert). Danach ging es mit einer Müsli-Essenspause auf einem Rastplatz zurück nach Ludwigshafen.
von Florian Wagner
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