Im März ging es für uns, eine kleine gemütliche Fünfer-Familientruppe ins anfangs sehr grün aussehende Vorarlberg nach Österreich.
Nachdem alles aus dem Auto zusammengepackt war, ging es voller Vorfreude auf Skitour - dachten wir zumindest. Es stellte sich heraus, dass wir eine Dreiviertelstunde asphaltierte Straße mit besonders steiler Steigung und supergemütlichen Pistenskischuhen zum Schnee laufen mussten. Christina und Flo klärten uns auf, dass das im Frühjahr wohl normal sei. Das haben wir uns anders vorgestellt.
Um Gepäck zu sparen, haben wir unsere normalen Schuhe im Auto gelassen. Apropos Auto: Nach dem Marsch zum Schnee entpuppten sich Flos besonders tolle Freeride-Ski als nicht fahrtüchtig, da die Bindung von beiden Ski nicht mehr halten wollte. Noch vor Beginn der Tour hatten wir also unseren ersten zwischenzeitlichen Ausfall zu melden.
Nach kurzer Einführung von Christina, wie man richtig läuft - aka mit den Zehen schlurft, begannen wir den Antritt zur Lindauer Hütte. Nach ca. einer Stunde wurden wir im Schneegestöber dann von Flo im T- Shirt und hochgekrempelter Hose mit ausgeliehener Ausrüstung im Schnellschritt wieder eingeholt. Wichtig dabei zu erwähnen ist, dass wir eine planierte Rodelstrecke als Route ausgewählt haben und trotzdem doppelt solange gebraucht haben wie auf dem ausgeschriebenen Schild stand. Kleine Ausrede, wir standen das erste Mal auf Tourenski.
Nach der lustigen Begegnung mit einer Gruppe junger Männer, die sehr genervt einen Schlitten hinter sich her zogen, auf dem eine Flasche Jacky Cola sorgfältig befestig war und die Wanderung zur Hütte unterschätzten, erreichten wir die Hütte. Eingecheckt in das gefühlte Berghotel haben wir unser Privatlager bezogen und erstmal eine Pause gemacht. Anschließend ging es wieder raus in den Schnee, wo wir den praktischen Teil des LVS-Trainings jetzt ausführten. Wir stellten fest, dass Flo dieselbe Menge Schnee, die wir zu dritt in 6 Minuten wegschaufeln konnten, auch einfach allein innerhalb von 30 Sekunden wegschaufeln konnte. Folglich wurde beschlossen: Flo gerät in Zukunft in keine Lawine - er muss schließlich schaufeln. Anschließend durften wir in einer Schneehöhle uns gegenseitig erstochern - im Fachjargon nennt man das wohl sondieren.
Gut gestärkt, von einem sehr leckeren Abendessen, hofften wir, als wir um acht Uhr im Bett lagen, auf erholsame 11 Stunden Schlaf. Falsch gedacht: Flo hatte die grandiose Idee, da ihm nachts mit seinem Daunenschlafsack zu warm wurde, das Fenster zu öffnen. Im Endeffekt haben 4 von 5 Personen (eben all diejenigen, die einen Hüttenschlafsack aus Stoff dabei hatten) frierend die Nacht verbracht. Trotzdem gut gelaunt saßen wir dann am Frühstückstisch, denn es gab ein ausführliches Buffet mit Nutella, Obstsalat, warmen Brötchen und Orangensaft - wie gesagt Berghotel.
Nachdem alles zusammengepackt war, ging’s los Richtung Drusentor, gleich benannt wie unser Lager. Mit 25cm Neuschnee und sogar unerwarteter Sonne gingen wir als letzte von der Hütte los - Pluspunkt für uns: Wir haben lustige Geschichten von Christina erzählt bekommen + es war schon gespurt, als wir dann endgültig gestartet sind.
m für uns relativ steilen Hang klärte uns Christina über die Richtigkeit unserer Spitzkehrentechnik auf (ps: die hat uns Flo am Vortag beigebracht, da gibt es wohl Unstimmigkeiten).
Angekommen an unserem Tagesziel, ca. 500 Meter über der Hütte an einem Stein, gab es ein gesundes Mittagessen. Denn wie Merle meint, sind Corny Riegel besonders gesund, die haben ja Milch zwischendrin.
Nach einer himmlischen powderigen Abfahrt (ohne schwerwiegende Stürze!!) erreichten wir nach 15 Minuten wieder die Hütte. Wir ignorieren den Fakt, dass wir dafür drei Stunden den Hang hochgelaufen sind.
Von hier aus sind wir die nun spürbare Rodelpiste - Achtung: sehr hubbelig - wieder zurück zum Auto gefahren. Korrektur: zumindest so lange bis der Schnee wieder geendet hat. Unversehrt, mit strahlenden Augen und einem Sonnenbrand auf dem Gesicht ging es dann wieder zurück Richtung Ludwigshafen. Ach ja, wir haben die ausgeliehenen Skier von Flo natürlich wieder zurückgebracht.
Text: Annika Lepper
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