Am 8. September 2024 bot sich allen Geschichtsinteressierten die seltene Gelegenheit in die Vergangenheit einzutauchen: Zum ersten Mal wurde im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“, der größten Kulturveranstaltung Deutschlands, der Spitzbunker in der Pasadenaallee der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Angebot stieß auf reges Interesse, insgesamt nutzten ca. 140 Besucher die Gelegenheit, den Bunker bei einer Führung zu erkunden.
Diese besondere Veranstaltung wäre jedoch ohne den engagierten Einsatz einiger Vereinsmitglieder kaum möglich gewesen. Bereits ab 8 Uhr waren die ersten Helfer vor Ort, um alles für die Gäste vorzubereiten. Schautafeln mit eindrucksvollen Bildern und spannenden Fakten über den Bunker sowie die Luftangriffe auf Ludwigshafen wurden aufgestellt, ergänzt durch bunte Rollups, die die Aktivitäten und Angebote des DAV / JDAV Ludwigshafen präsentierten.
Bereits vor dem offiziellen Beginn um 11 Uhr standen die ersten Besucher vor der Tür. Die Führungen durch den Bunker, geleitet von den drei „Bunkerexperten“ Michael, Thomas und Nils, waren den ganzen Tag über gefragt. Mit ihrem umfassenden Detailwissen sowie den vielen Geschichten und Anekdoten brachten sie den Interessierten nicht nur die architektonischen Besonderheiten des Bunkers näher, sondern gaben auch einen tiefen Einblick in die Art und Weise der damaligen Nutzung als Schutzraum und der historischen Bedeutung des Bauwerks. Der Hochbunker der Bauart Winkel, der vor dem Zweiten Weltkrieg in nur wenigen Wochen errichtet wurde, war trotz der kleinen Grundfläche dafür vorgesehen, während des Krieges 400 Menschen gleichzeitig Schutz zu bieten – eine Tatsache, die viele Besucher in Staunen versetzte. Außerdem wurde deutlich, wie viel Enthusiasmus und Arbeit nötig sind, um ein solches Denkmal zu erhalten.
Zwischen den Führungen entwickelte sich rund um den Stand mit frisch gebackenen Waffeln immer wieder ein reger Austausch zwischen den Vereinsmitgliedern und den Besuchern. Dabei wurde klar: Trotz seiner zentralen Lage in Ludwigshafen, direkt am Bahnhof, ist der Spitzbunker für viele ein unbekannter Teil der Stadtgeschichte. Als der Regen am Nachmittag endlich nachließ, kamen auch diejenigen auf ihre Kosten, die das angekündigte „Schnupperklettern“ ausprobieren wollten.
Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg: Der DAV / JDAV Ludwigshafen konnte den Bunker sowohl als Kletterstützpunkt, wie auch als wichtiges Denkmal im Rahmen der Geschichte Ludwigshafens präsentieren.
von Ute Schäffer-Külz
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