Die Tour startete mit organisatorischen Schwierigkeiten für Ulrich: Zum geplanten Termin gab es keine Hüttenplätze mehr, obwohl er zuerst nur eine „Mikro-Gruppe“ von zwei Personen war!- – zu meinem Glück, denn so konnte ich an dem Ersatz-Termin teilnehmen und wir „kreuzten“ dann zu dritt sechs Tage kreuz und quer durch’s Steinerne Meer …
Tag 1: Aufstieg von Königssee-Salet-Alm zur Wasseralm Nach der Bootsfahrt - unter vorher Einparken des Autos in Schönau per Park-App – starteten wir in Salet den Aufstieg.
Zunächst mit gemächlicher Steigung über die Almwiesen bis zum Obersee. Vorbei an herrlichen Spiegelungen der Felswände im kristallklaren Wasser des Sees ging es auf einem ersten Steig hoch zur Fischunkl-Alm und dem Einstieg in den Röthbach-Steig.
Dafür forderte der Steig unsere ganze Aufmerksamkeit, ebenso wie die dunklen Wolken, die über den nächsten Kamm zu uns herüberzuziehen drohten. Jeder Tropfen wurde kritisch beäugt: Regen? Oder doch vom Wasserfall? - oder (meist): Schweiß?
Leider kannten sie nicht den Code für eine Radler-Vorbestellung für uns – posierten aber ausgiebig wie professionelle Models. Auf der Hütte gab es dann zum Abendessen die legendäre vegane Gemüsesuppe (für uns aber mit Würstel) und dann doch noch ein Regenguß vor der Nachtruhe in unserer 3-Mann-(innen-)Balkon-Suite.
Tag 2: Aufstieg zum grossen Teufelshorn, 2362 m. Nach einem Frühstück auf der Terrasse gingen wir unseren ersten Gipfel an. Über einen gut markierten, aber verfallenen Steig, der zur ehemaligen Jagdhütte des „Reichs-Jägermeisters“ Hermann Göring führte, von der Hütte ist nur noch ein betoniertes Brunnenloch zu sehen, erreichten wir die Waldgrenze.
Und abends dann einen in der Alm „alle 7 Jahre“ von vor Ort geernteten Meisterwurz-Wurzeln gebrannten Schnaps: Prost!
Tag 3: Wanderung zum Kärlingerhaus Nach einer Nacht mit herrlichem Blick zu den Sternen packten wir unsere Tourenrucksäcke und wanderten, weil die Wettervorhersage für den Nachmittag Gewitter vorausgesagt hatte, über den kürzeren „Normalweg“ zum Kärlingerhaus. Im Blick zurück die Doppelspitze der beiden Teufelshörner
Tag 4: Durch das Steinerne Meer zur Peter-Wiechenthaler-Hütte Da die Wettervorhersage weiter auf „gewittrig am Nachmittag“ stand, machten wir uns wieder auf den kürzeren Weg durch das Steinerne Meer zu unserem nächsten Ziel. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir das Hochplateau, mit dem grossen Hundstod im Hintergrund.
Nachts beobachteten wir dann, wie die angekündigte Gewitterfront zwar an uns vorbeizog, aber zu einem stundenlangen Wetterleuchten über München führte.
Tag 5: Zurück zum „Prater Stern“ und zum Ingolstädter Haus Am nächsten Morgen ging es zunächst zurück zur Weißbachlscharte
Und den restlichen Tag vor uns im Blick: die Watzmann-Gipfel. Getrübt wurde der sonnige Tag nur durch den starken, böigen Wind, der uns an ausgesetzten Stellen um die Ohren pfiff. Der Weg führte oft durch Blockfelder, aber auch über „glatte“ Flächen - mit tiefen Schratten! – zu unserem Tagesziel, dem Ingolstädter Haus.
Danach noch Bus-Fahrt nach Berchtesgaden zum Auto-Parkplatz. Leider wurde D-Ticket nicht akzeptiert.
Fazit: trotz der (Zwangs-/hervorragenden!) Gemüsesuppe auf der Wasseralm doch: eine Genuß-Tour durch eine eindrucksvolle Karst-Landschaft! Gelegentliche, leichte Kletterpassagen mit/ohne Seilversicherung inklusive. … und die (nackten) Zahlen: in 5 ½ Tagen: 61 km, 3900 hm im Aufstieg (3360 ab) in 20h40min Gehzeit. Bleibt Ralf und mir nur noch: Ulrich zu danken für die ausgezeichnete Organisation, sichere Führung und Erklärung der Phänomene („Kuhtritt-Muscheln“, Berg-Gipfel, …) entlang des Weges
Bericht: Stefan Adams; Bilder: Ralf, Ulrich, Stefan
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