Vom 19.02.2026 bis 23.02.2026 durchquerten Übungsleiter Christian Stolina und seine 5 Teilnehmer (Ralf, Steffen, Sonja, Miriam und Sylvia) mit Schneeschuhen zusammen mit Hund Lolo das Karstplateau am Dachstein.
Wegen der Lawinen- und Wettersituation hatten 2 weitere Teilnehmer kurzfristig abgesagt. Zunächst brachte uns am 19.02.2026 die DB/ÖB (ohne Verspätung!) von Neustadt bis nach Obertraun (513 m) am Hallstädter See im Salzkammergut, dann ein Taxi bis zur Talstation der Krippensteinbahn. Obertraun ist ein kleines Dorf, hat aber ein eigenes Skigebiet mit einer 11 km langen Abfahrt, wie uns der Taxifahrer berichtet. Auch die Krippensteinbahn ist für den kleinen Ort beachtlich. Sie brachte uns über zwei Stationen zur Bergstation auf 2100 m.
Eine weitere Seilbahn beförderte uns auf die Gjaidalm auf ca. 1.800 m Höhe. Von dort aus erstreckt sich ein Karstplateau über 25 km in zahlreichen Wellen.
Unser Ziel am ersten Tag war das Wiesberghaus der Naturfreunde auf 1.884 m. Es sollte in 2,5 Stunden zu erreichen sein. Nach 7 h Zugfahrt freuten wir uns auf ein lockeres Auf und Ab bei einem Höhenunterschied zwischen Start und Ziel von ca. 160 hm. Das sollte locker zu schaffen sein. Also legten wir die Schneeschuhe an, schulterten unsere Rucksäcke und nach einem großen LVS-Check ging es los durch eine wunderbare Hochebene. Anzumerken wäre, wer sich hier oben verirrt, findet ohne GPS nur schwer wieder raus.
So geschehen an Karfreitag 1954, als ein Lehrer aus Heilbronn mit seinen Schülern einen Schneesturm auf dem Plateau nicht überlebte. Ein Rundweg über das Heilbronner Kreuz erinnert heute an diese Katastrophe. Wir hatten es viel leichter, denn der Weg war durch das Hüttenteam mit einem Schneemobil gespurt. Dazu helfen Stangen und einige rosa Schleifen bei der Orientierung. Mit dem Wetter hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt Glück, und so erreichten wir nach gut 3 h das Wiesberghaus. Die Sonne hatte sich schon verabschiedet, doch mit unseren Stirnlampen fanden wir sicher den Weg.
In Wellen ging es auf und ab, als sei man auf dem Meer unterwegs. Das viele Hügel rauf und runter lässt die Kräfte schwinden, doch die konnten wir auf der Hütte bei einem guten Abendessen wieder zurückholen.
Am Morgen punktet die Küche mit kleinen Überraschungen wie Waffeln oder Hefezopf beim reichlichen Frühstücksbuffet. Am Freitag 20.02.2026 war das Wetter trübe. In der Nacht hatte es etwas geschneit. Die ersten Vorboten der Schlechtwetterfront waren zu erkennen. Doch an diesem Tag reichte es für eine schöne ausgedehnte Tour mit unseren Schneeschuhen auf die höher gelegene Simonyhütte auf 2.203 m am Fuße des Dachsteins und dem Hallstädter Gletscher.
Die ursprüngliche Hütte wurde 1843 im Wildkar unterhalb des heutigen Standorts errichtet. Namensgeber ist der Dachstein Pionier Friedrich Simony, der 1876 selbst den Platz der Hütte ausgewählt hatte. Von dort oben schaut sie seit mehr als 100 Jahren auf das Karstplateau hinab und gewährte so mancher Seele Schutz. Der Weg hinauf verlief zu Beginn moderat. Wir hatten Glück, dass eine Gruppe des DAV-Summit-Clubs mit demselben Ziel vor uns unterwegs war, und wir deren Spur nutzen konnten. Als die Hütte irgendwann zu sehen war, hatten wir die Hoffnung bald dort zu sein, doch die Lawinensituation zwang uns einen großen, zeitraubenden Bogen mit moderater Steilheit rechts durch das Taubenkar zu nehmen. Mit Erreichen der Hüttenhöhe konnten wir die letzten Meter parallel zum Hang zur Hütte stapfen. Einziger Wermutstropfen war die Sicht.
Der Himmel war so stark eingetrübt, dass auch der Dachstein unsichtbar blieb. Auf der Hütte wurden wir sehr freundlich empfangen und machten es uns bei einer ausgedehnten Rast gemütlich. Zurück ging es auf dem gleichen Weg.
Der Samstag, 21.02.26, wurde nach einem anderthalb stündigen stürmischen Intermezzo draußen zum Hüttentag ernannt. Es windete und schneite im gesamten Alpenraum heftig. Da jagt man keinen Hund vor die Hütte, auch nicht Lolo. Da die Wetter- und Windprognosen für Montag noch schlechter waren, entschieden wir uns bereits am Sonntag abzusteigen.
Das war eine gute Entscheidung, erstens weil am Montag das Wetter wirklich mies, der Wind noch viel stärker war und wir zweitens am Abstiegstag Sonntag, noch einmal bestes Wetter hatten. Beim Weg zurück über das Karstplateau zur Krippensteinbahn war der Himmel wie geputzt. Zum ersten Mal sahen wir in welch toller Landschaft wir uns überhaupt bewegen.
Zur Seilbahnstation gelangten wir über eine Variante des Aufstiegsweges, vorbei an der ehemaligen Hochgebirgsschule Oberfeld-Gjaidalm. Zurück in Obertraun, ließen wir den Tag in einer Pizzeria gemächlich ausklingen.
Problemlos ging es am Montag mit der Bahn über Salzburg und München zurück nach Mannheim und weiter in die Pfalz.
Bleibt nur noch danke zu sagen für die Planung, die Vorbereitungen und der trotz der Wetter- und Lawinenlage schönen Tour.
Text: Sonja Stahl
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