© DAV LU - Sylvia Buhl

Unsere Klimabilanz 2025

06.07.2026

Erstmalig konnten wir unsere Emissionsbilanz im Jahr 2025 mit allen Veranstaltungs-aktivitäten und Einkäufen erfassen. Vielfältiger Dank an alle Veranstaltungsleiter, die zeitnah und klar die Emissionsdaten ihrer Touren und Events erfasst haben.

Mit den Bilanzen von 2024 und 2025 zeichnet sich ein Trend für unsere Sektion ab. Die Emissionen unserer Kletteranlage sind äußert gering: 2,7 t CO2 in 2024 und 2,4 t CO2 in 2025. Mit unserer PV-Anlage und dem Heizen in der Hütte, entweder mit Strom oder mit Holz, haben wir erreicht, dass hier fast keine fossilen Brennstoffe mehr eingesetzt werden. In 2026 wird der Stromeinkauf ausschließlich über Ökostrom erfolgen und somit wird es kaum noch Handlungsbedarf zur Emissionsreduktion geben.

Bei unserer Hütte am Reinighof sind die Emissionen (4,8 t CO2 in 2024 und 5,8 t CO2 in 2025) ebenfalls konstant: Gas- und Stromverbrauch sind gleichbleibend niedrig. Im August 2025 wurde eine PV-Anlage mit Speicher installiert, die schon einen verringerten Stromeinkauf bewirkt hat und in 2026 zu einer merklichen Reduktion beitragen wird.

Seit August 2025 hat unsere Hütte eine PV-Anlage mit Speicher.

Variabel und jahresweise schwankend sind Anfahrten für Reparaturen und Aufwendungen für Instandhaltung und Modernisierung (wie z.B. Installation elektronischer Türschlösser, Neuausstattung der Schlafräume mit Decken/Kissen/Laken). Die hieraus entstehenden Emissionen werden unterschiedlich hoch sein und werden zwangsläufig zu variablen Ergebnissen führen. Kurz- bis mittelfristig deutet sich eine Umstellung bei unserem Gastank an, sodass sich nach der erfolgreichen Verringerung des Stromeinkaufes auch eine Verbesserung bei den Emissionen durch Propangas zeigen werden.

Emissionstreiber für unsere Sektion waren in 2025 unsere Veranstaltungsaktivitäten, und hierunter im Wesentlichen die Flüge nach Albanien und Nepal. Der Tourismus ist für Nepal eine der wichtigsten Devisenquellen, andererseits verursachte diese Langstreckenreise auch hohe Emissionen: ca. 29 t CO2 für Flüge und ca. 24 t CO2 bei den Übernachtungen. So eindrücklich die Erlebnisse in den Bergen und mit den dortigen Menschen waren, so eindrücklich hinterlässt eine solche Reise von 18 Teilnehmern auch ihre Spur in der Klimabilanz unserer Sektion: 53 t CO2 sind fast 50% unserer Jahresemissionen von 110 t CO2. Daher erscheint es sinnvoll, bei zukünftigen Flügen deren Emissionen individuell zu kompensieren: z.B. in Nepal durch die Unterstützung beim Bau von Kleinbiogasanlagen. So können Haushalte unabhängig von Feuerholz werden. Dadurch werden die Wälder entlastet und können langfristig regenerieren.

Unsere Mobilität bei der An- und Abreise zu Bergtouren, sowohl im Mittelgebirge als auch in den Alpen, ist kurz-, mittel- und langfristig der Hebel, den wir am meisten nutzen können, um unsere CO2-Emissionen substanziell zu reduzieren. Jede Strecke mit dem Fernzug statt dem Verbrenner-PKW reduziert den CO2-Ausstoß um mehr als 90 %, jede Fahrt mit dem Elektroauto ist um knapp 75 % besser als mit dem Verbrenner-PKW. Fahrten mit vollbesetzten PKWs und vollbesetzten 9-Sitzer-Busse sind verglichen mit Einzel-PKWs ebenfalls gut für das Klima.

Jede Fahrt ohne Individualverkehr hilft – denn der ÖPNV, der Regionalzug und der Fernzug fahren eh (und oft auch planmäßig, ohne Verspätung).

Emissionen können bequem reduziert werden, wenn obige Aspekte der Mobilität und Übernachtungen verstärkt Berücksichtigung finden könnten.

Bei Übernachtungen ist es für unser Klimabudget am günstigsten, wenn in DAV-Hütten geschlafen wird. Emissionen, die durch Strom und Heizen oder Verpflegung anfallen, werden bei der hüttenbesitzenden Sektion verbucht, nicht bei uns.

Das Klima ändert sich, die Anzahl der heißen Tage in der Region Ludwigshafen ist höher geworden, die Alpen erwärmen sich noch deutlich schneller. Letztlich wird Klimawandel auch Verhaltenswandel sein. Wie im Bergsport ist die Reduktion hier auch „Teamarbeit“: Macht mit! Es ist nicht schwierig, sich wiederholt zu Fahrgemeinschaften zu verabreden oder auch mal die Bahn zu nutzen.

… hätten wir doch was anders gemacht! Karikatur von Gerhard Mester.

 

Text: Ralf Flachmann